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Daniel Heyder

Aus:
Johann Heinrich Zedler - Großes vollständiges Universal-Lexikon, Band 12, H-He, Spalte 1141, Graz 1982

Heider, (Dan.) ein berühmter Rechts-Gelehrter, war von Nördlingen gebürtig, und wurde an. 1600 von der freyen Reichs-Stadt Lindau zum Syndico ernennet, bey welchem Amte er sich insonderheit in dem Streite wieder die nahgelegene Abtey, welche der Hoheit über der Stadt Gebiete, Vermöge eines von Ludouico Pio oder Germanico ihr ertheilten Diplomatis, sich anmassen will, sehr hervor gethan. Er gab an. 1643 ein grosses Werk, unter den Titel: Gründlicher Historischer Bericht von denen alten Reichs-Voigteyen bey denen Erb-Frey- und Reichs-Städten wie auch bey denen hohen und andern Stifftern und Clöstern. Stuttgard 1655 Ulm 1732 in 4. Gründliche Ausführung der Stadt Linau heraus, und suchte zu erweisen, daß das gerühmte Diploma falsch und erdichtet wäre. Wagnereck und Kasler in Vindicat. contra vindicias P. II. C. I. n 51. 52. Welche sich des Closters angenommen, und dessen Gerechtigkeiten in öffentlichen Schrifften verfochten, geben ihm Schuld, daß er dem Closter eine Zeitlang bedient gewesen, und bey dieser Gelegenheit sich der Beschaffenheit des Diplomatis erkundiget, und der Stadt nachgehends verrathen, welchem Vorgeben aber von der andern Seite beständig wiedersprochen wird. Er starb anno 1646 in Lindau im 74. Jahre seines Alters, und verließ 2 Söhne, Valentinum und Jacobum, so beyde Doctores Juris und ihres Vaters Collegen gewesen. Conring in Censura Diplomatis Lindau. I. Tenzel in Hist. Vindic. pro Conringio p. 10. Wegelin de Ciuit. Lindau. praerogatiua antiqu. Sect. I. §14. Knipschild de Vrb. Imp. III. p. 869.